25. Juni 2009
Heute versammelten sich erneut Vertreter der LINKE. Dorsten vor dem Woolworth Kaufhaus, um ihre Solidarität mit den Angestellten zu bekunden. Beim Verteilen des Flyers der Frauenbeauftragten zeigten sich viele Passanten solidarisch und entrüstet zugleich: „es ist doch immer wieder die selbe Geschichte,“ so eine Bürgerin, „zuerst gibt es Lohnkürzungen, dann Entlassungen oder Auffanggesellschaften für eine kurze Dauer und dann die Arbeitslosigkeit.“
Der aktuelle Stand ist, dass etwa 60 Frauen in Dorsten bei der Woolworth betroffen sind.
Die Mitarbeiterinnen der Dorstener Filiale erhielten inzwischen eine Mitteilung die besagt, wie diese von der Transfergesellschaft an einen möglichen Investor auf einem goldenen Tablettweiter gereicht werden sollen. Die neuen Bedingungen sehen in etwa so aus:
Für die Zukunft soll es nur noch max. 4 sozialversicherungspflichtige Stellen pro Filiale geben, der Rest wird mit 400 Euro – Kräften besetzt.
Und selbst wenn ein Investor gefunden wird, ist es nicht sicher, ob z.B. die Filiale in Dorsten bestehen bleibt. Wichtig ist auch noch darauf hinzuweisen, dass die Agentur für Arbeit kräftig mitmischt, wenn die Transfergesellschaft eifrig Gewinne einfährt. Die Agentur zahlt wie beim ALG I mind. 60 %, die Transfergesellschaft max. 10 % Arbeitslohn (da kann man gut Gewinne machen).
Der Vorteil für die Agentur für Arbeit ist es, dass diese Mitarbeiter in keiner Arbeitslosenstatistik auftauchen, damit die Regierung weiterhin stolz behaupten kann, sie hätte die Arbeitslosenzahlen gesenkt. Dass aber zigtausend Menschen faktisch so geführt werden (moderner Sklavenhandel) wird gerne verschwiegen.
Hier alle Aufnahmen der Solidaritätskundgebung













Leserbrief aus der NRZ vom 6.6.09
Man mag zu der Partei die Linken stehen wie man will. Aber eines muss man ihr lassen. Sie ist die einzige Partei, die sich dem Thema Insolvenz des Kaufhauses Woolworth und dem damit drohenden Verlust von ca. 40 Arbeitsplätzen in Dorsten öffentlich auseinander setzt. Sie hat im wahrsten Sinne des Wortes Flagge gezeigt und sich vor dem Kaufhaus in der Innenstadt mit den Mitarbeitern solidarisch erklärt. Keine andere Partei hat sich meines Wissens auch nur ansatzweise hierzu bereit erklärt. Gerade in einer Zeit, in der die Mitarbeiter jede Hilfe und jeden Zuspruch benötigen.
Gerne würde ich in diesem Zusammenhang von unserem Bürgermeister wissen, was er in dieser Sache bis jetzt getan hat. Jedenfalss habe ich in dieser Zeitung nach Bekanntwerden der Insolvenz gelesen, dass er helfen wolle, den Standort zu retten. Die Mitarbeiter jedenfalls haben den Bürgermeister noch nicht gesehen. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Zeitpunkt für die nächste Kommunalwahl noch zu weit weg ist oder dieses Thema vor dieser Wahl nicht ins Konzept passt.
Jürgen Krämer
Haddingsberg 60
46284 Dorsten