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Karl Türck

Landwirtschaftspolitik

Arme Sau statt Glücksschwein

Beim Thema Landwirtschaft klärt der Deutsche Tierschutzbund darüber auf, welche Bedürfnisse Kühe, Schweine, Puten, Hühner und Co. eigentlich an ihre Haltung stellen und wie diese in der Intensivtierhaltung missachtet werden. Anstelle von Platz, Tageslicht und Zugang ins Freie vegetieren Tiere in der konventionellen Landwirtschaft oft dicht gedrängt zu Hunderten oder Tausenden in dunklen Ställen oder Käfigen vor sich hin. Antibiotika-Einsatz zur Vermeidung von Krankheiten und Manipulationen wie gekürzte Schnäbel bei Hühnern oder kupierte Schwänze bei Schweinen, um Verletzungen zu vermeiden, stehen auf der Tagesordnung. Für den Profit werden die Tiere auf Hochleistung gezüchtet. Diese Bedingungen in der Massentierhaltung machen die Tiere krank, Verbesserungen kann nur ein Systemwechsel ermöglichen.

 

Landwirtschaftspolitik

 

Die deutsche Landwirtschaft wird von Europa unterstützt. Es hieß immer, die Bauern bekommen Subventionen, und oft führte das zu Neid. Was ist dabei herausgekommen?

 

Das Folgende ist ausgewählt bzw.zusammengefasst aus einem Fraktionspapier der Linken zur deutschen Agrarpolitik und dem Abschnitt „Landwirtschaft“ aus dem aktuellen Europa-Wahlprogramm.

 

Landwirtschaftspolitik (Deutschland und EU), Ist-Zustand:

 

- die deutsche Landwirtschaft muss international wettbewerbsfähig sein,

- sie muss sich orientieren auf Export und Intensivierung,

- Subventionen werden in erster Linie aufgrund der Flächengröße vergeben,

- mit anderen Worten Förderung von Agrarkonzernen.

 

 

Der Trend zu Agrarkonzernen und das Ziel der Intensivierung haben zu den von den vom Deutschen Tierschutzbund beklagten Plagen für Nutztiere geführt. Aus dem aktuellen Programm der Linken zur Europawahl greifen wir die Aussagen heraus, die direkt oder indirekt den Tierschutz betreffen, anders ausgedrückt, eine humane Landwirtschaft.

 

„EU-Landwirtschaftssubventionen dürfen nicht nur auf Grundlage der Flächengröße vergeben werden, wodurch vor allem Agrarkonzerne gefördert werden: Werte wie Boden- und Landschaftspflege, ökologische Wertigkeit und Ausbildung und Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen müssen zum Maßstab werden.

Wir wollen die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach dem Prinzip »Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen« umbauen. Fördermittel darf es nur noch für konkrete gesellschaftliche Leistungen, die Einhaltung anspruchsvoller sozialer, ökologischer und Tierschutz-Kriterien und einen nachhaltigen Umbau von Landwirtschaft und Ernährung geben. Wir setzen uns für eine antibiotika- und glyphosatfreie Landwirtschaft ein.“

 

(Darin erschöpft sich wie gesagt nicht das Programm der Linken zur Landwirtschaft. Es ist der Teil, der, vor allem indirekt, Alternativen zur vorherrschenden Massentierhaltung fordert. Das Europa-Wahlprogramm findet man hier: Europawahlprogramm DIE LINKE.. Zur Landwirtschaft dann im Inhaltsverzeichnis auf Seite 36 vorblättern: „Für eine gerechte und ökologische Landwirtschaft“).

 


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