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Jan-Philipp Weil

Meinung zu: „AfD-Chef zeigt Die PARTEI-Politiker an“

Boris Benkhoff (Die PARTEI) mit Zeichnung

Nichts ahnend schlägt man morgens die Dorstener Zeitung auf und liest groß auf der ersten Seite des Lokalteils, dass der AfD-Chef den Vorsitzenden des Ortsverbands der Satirepartei „Die PARTEI“ angezeigt hat. Auf dem dazugehörigen Bild sieht man einen jungen Herrn, der eine Zeichnung hochhält, auf dem eine fiktive Person namens „Mecki“ dargestellt ist. Dieser Mecki findet der Kommentare zufolge alles blöd. Menschenrechte, Empathie, Europa… alles blöd. Als Aufruf steht unter der Zeichnung noch, dass man nicht so wie Mecki sein soll. Zurecht, meiner Meinung nach. Lobenderweise muss man auch erwähnen, dass Boris Benkhoff, Ersteller dieser Zeichnung doch sehr gut zeichnen kann. Kunst kommt halt von Können.

 

Diese Zeichnung gefiel dem AfD-Chef Marco Bühne wohl überhaupt nicht, und zeigte den Zeichner an. Für die AfD gibt es wohl nicht mehr den Weg des Dialogs, es wird direkt angezeigt. Davon mal abgesehen sehe ich keinen Zusammenhang zwischen dem AfD-Infostand bzw. den AfD-Politikern und der Zeichnung. Oder hat sich Herr Bühne etwa in dem „Mecki“ wiedergesehen? Ihm scheint es wohl nicht zu gefallen, dass sich der Die PARTEI-Politiker für Menschenrechte, Empathie und Europa einsetzt und sich den im Grundgesetz verfassten Artikeln der Meinungs- und Kunstfreiheit zu Nutze macht. Aber das sind seine Recht, unsere Rechte. Und das ist auch gut so.

 

Die Anzeige bewirkt nämlich nur eins, und zwar, dass der AfD-Politiker und die AfD als Partei sich lächerlich machen. Denn man kann sich immer selbstlobend als freiheitlich-demokratische Partei bezeichnen, aber dann muss man auch die freiheitlich-demokratischen Grundwerte, wie zum Beispiel die Meinungsfreiheit und die Kunstfreiheit akzeptieren. Aber es soll ja nicht die erste Anzeige gewesen sein, die die Dorstener AfD gegen Bürger*innen in Auftrag gegeben hat. Es gleicht ja schon fast einem Service für Dorstener, die ihre Meinung gegen Rechts kundtun: Anzeigen für Dorstener, kurz AfD.

 

Aber was soll man sonst noch dazu sagen, außer dass diese Aktion der AfD nur lachhaft ist. Immerhin hat Die PARTEI damit etwas ganz Entscheidendes erreicht: Sie ist in den sozialen Medien für diese Aktion in aller Munde. Mehrere tausend „Gefällt mir“-Angaben auf den Beiträgen. Da kann man nur sagen, dass man sich damit als AfD ein dickes Eigentor geschossen hat.

 

Und noch eine kleine Info zum Ende meiner Meinungsäußerung: Ich habe mein Recht auf Meinungsfreiheit genutzt (Art. 5, Grundgesetz).