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Karl Türck

Versteigerung der Ladenzeile?

Quelle: Dorstener Zeitung (21.06.2019) Foto: Bludau

Ist es endlich so weit? Die Ladenzeile am Wulfener Markt in Barkenberg samt der Wohnungen, der „Schandfleck vom Wulfener Markt“, soll zwangsversteigert werden. Natürlich nicht. Der Termin steht in den Sternen. Höflich ausgedrückt, das zuständige Amtsgericht hält sich sehr bedeckt.

 

Die Stadt will laut Stadtbaurat Lohse „für kleines Geld mit bieten“ und „für eine schnelle Neubebauung“ des Geländes eintreten.

Das ist doch schon einmal etwas. Aber es wirft einige Fragen auf. Angenommen, die Stadt kann die Ruine erwerben, weil sie unter Verkehrswert verkauft wird. Was dann?

1. sie muss abgerissen werden, 2. das Gelände muss neu bebaut werden. Wer soll das bezahlen? Wir stehen wieder vor dem gleichen Problem wie beim Lippetor. Egal ob es der Stadt gehörte oder nicht: Sie konnte auf jeden Fall den Abriss nicht bezahlen, also lohnte auch der Kauf der Ruine sich nicht. Die Lösung war ein Investor, der alles finanzierte und dann noch größer baute als vorher: die Mercaden mit den inzwischen klar werdenden fragwürdigen Folgen.

 

Aber den Barkenbergern kann man es sowieso nicht mehr recht machen. Kaum einer weiß heute noch, dass die Ladenzeile nur ein Puzzle-Teil in einem architektonischen Gesamtkonzept für den Wulfener Markt darstellte. Dazu gehörten außerdem Gemeinschaftshaus, Rundbau und auch die Gesamtschule. Der westliche Flügel des Marktplatzes, die Ladenzeile, ist jetzt schon seit Jahren ein „no-go“ ja sogar ein „no-look-area“. Wenn sich darin heute noch die Neue Stadt Wulfen präsentieren soll, wird einem schlecht. Es kamen einmal regelmäßig Architekturstudenten, um die Konzeption der Neuen Stadt Wulfen zu studieren.

 

Als heutiger Besucher des Wulfener Markts wäre man schon froh, wenn die Bauruine weg wäre. Wie wäre es stattdessen mit einer Schrebergarten-Siedlung? Die bringt das Einzelhandels-Konzept nicht wieder durcheinander. Und vielleicht gibt es noch einmal Zuschüsse vom Land?

 

Bezug: Dorstener Zeitung "Es gibt noch keinen Zwangsversteigerungstermin für den Wulfener Markt" (21.06.2019)